Chronik des FA Lübbecke
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Chronik des FA Lübbecke.

Chronik des FA Lübbecke


Adresse (URL): http://www.finanzamt-luebbecke.de/mein_fa/geschichte/index.php


Chronik des FA Lübbecke

Kurzgefaßte Chronik

Kurze geschichtliche Entwicklung mit Angaben über Errichtung, Unterbringung, besondere Ereignisse:

Das Finanzamt Lübbecke hat am 01.05.1920 seine Tätigkeit aufgenommen. Die entsprechende Verfügung des Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts Münster lautet wie folgt:

Münster, den 26. April 1920
Das Finanzamt Lübbecke nimmt als solches seine Tätigkeit mit dem 1. Mai ds. Jrs. auf. Bis zum Eintreffen des noch zu ernennenden Leiters beauftragen wir Sie hiermit einstweilen mit der Leitung des Finanzamts Lübbecke unter der Oberleitung des Vorstehers des Finanzamtes Minden.

gez. Unterschrift
An Herrn Steuersupernumerar Noeske in Lübbecke durch d. Regierung und FA in Minden.

Der Finanzamtsbezirk Lübbecke stand damals mit 55.000 Einwohnern unter den FÄ des Landesfinanzamtsbezirks Münster etwa an fünftletzter Stelle. In ihm spielte die Landwirtschaft mit mittel- und kleinbäuerlichem Besitz die Hauptrolle.
Das Amt einschließlich Wachtmeisterwohnung war in dem von der Stadt Lübbecke gemieteten Gebäude Gänsemarkt Nr. 1 (um 1852 errichtet, Mietpreis 4.250,-- RM jährlich, in 1966 abgebrochen) untergebracht.
Der Mietvertrag war zunächst bis zum 31.03.1932 abgeschlossen, dann folgte Verlängerung jeweils um 1 Jahr. Die bauliche Beschaffenheit des Gebäudes war schlecht, wie auch die anfängliche Inneneinrichtung des Amts sehr kümmerlich war. Es wurde deshalb bereits 1929 ein Neubau beantragt, zumal mit Zunahme der Aufgaben der Verwaltung der Raum nicht mehr reichte. Die Sonderstelle für Einheitsbewertung mußte 1934 bereits in das Nachbarhaus "Holz" am Gänsemarkt verlegt werden.
Erst 1937 - 1939 kam an der Ecke Kaiserstraße/Pettenpohlstraße der geplante Neubau zur Durchführung. Er konnte im Dezember 1939 bezogen werden.

In dem Gebäude fanden Unterkunft:

Finanzamt, Katasteramt und Zollamt.
Die Katasterverwaltung beteiligte sich durch einen namhaften Betrag an den Baukosten, die etwa 440.000,-- RM betrugen.
An Wohnungen enthielt das Behördenhaus:
Dienstwohnung des FA-Vorstehers, Dienstwohnung des Zollamtsvorstehers und Dienstwohnung des Wachtmeisters. Zu jeder Wohnung gehörte ein Garten.
Während des Krieges dienten einige für Dienstzwecke nicht benötigte Räume vorübergehend als Notwohnungen.
Am 16.06.1945 wurde das Dienstgebäude durch die Besatzungsmacht beschlagnahmt. Die Verwaltungen mußten ausziehen, dabei fand das FA Unterkunft in freigemachten Wohnungen, die zu der Kleiderfabrik W. Dierks KG, Lübbecke, Ostertorstraße 6, gehörten. Der monatliche Mietpreis betrug 330,-- bzw. 345,-- RM. Nach der Wiederingangsetzung der Verwaltung und der Aufgabenvermehrung reichten die zugewiesenen Räume bald nicht mehr, so daß 1949 die FK in einer auf städtischem Grund und Boden errichteten Bürobaracke (Holz) in der Gartenstraße (Ostertorstr. 6 gegenüber) untergebracht werden mußte.
Als die Firma Dierks in den folgenden Jahren mehr und mehr auf Rückgabe des in Benutzung genommenen Wohnraumes für betriebliche Zwecke drängte, die Freigabe des Dienstgebäudes Kaiserstr. 18 außerdem völlig ungewiß war, genehmigte das Finanzministerium NW 1952 die Errichtung eines Ersatzgebäudes in Gestalt von 2 Mehrfamilien-Doppelwohnhäusern an der Bahnhofstr. 27/29.
Das Baugelände wurde von Frl. Detert, Lübbecke, Blüttenstraße, zum Preis von 7,-- DM pro qm erworben. Die Ersatzunterkunft konnte am 01.02.1953 bezogen werden. Damit war dann endlich die inzwischen auf etwa 85 Personen angewachsene Belegschaft wieder menschenwürdig untergebracht.
In jedem Dachgeschoß der beiden Häuser war eine Wohnung ausgebaut. Eine wurde dem Hausmeister (Verwaltungsarbeiter) als Werkdienstwohnung überlassen, die zweite an einen Beamten des Amts vermietet. Zu beiden Wohnungen gehörte jeweils ein etwa 700 qm großer Garten. Die an die Witwe des in 1961 verstorbenen StOS Gustav Oermann vermietete Wohnung war am 01.12.1964 nach Kündigung durch die Verwaltung frei geworden.
Die Räume dienten seitdem dringenden dienstlichen Interessen. Der Garten beider Wohnungen wurde ab 01.01.1967 der Landesstraßenbauverwaltung zum Ausbau der B 65 zur Verfügung gestellt.
Die aufgegebene Ausweichunterkunft Ostertorstr. 6 wurde von der Firma Dierks wieder als Wohnraum in Benutzung genommen. Die Finanzkassen-Baracke wurde bei der Aufgabe abgebrochen und von der Bundesvermögensverwaltung, Außenstelle Minden, übernommen.

Wesentliche organisatorische Änderungen erfolgten:

am 01.11.1973 durch die Einführung des "ALDA-Fest" - Verfahrens,
am 01.11.1977 durch Umstellung auf das Gesamterhebungsverfahren,
am 01.10.1980 durch die Schließung der Finanzkasse für den baren Zahlungsverkehr,
am 01.12.1980 durch Umstellung der Steuerbezirke (ausgenommen Sonderbezirke) auf alphabetische Sortierfolge,
im Oktober 1999 durch Umstellung der Sonderbezirke (PersG, Körperschaften und Land- und Forstwirte) auf alphabetische Sortierfolge.

Ende 1977 wurde nach Abbruch der Garage und einer überdachten Abstellfläche östlich des Hauses B mit der Errichtung eines neuen Kantinengebäudes in Fertigbauweise begonnen.
Nach kurzer Aufbauzeit konnte die Kantine am 13.01.1978 in Benutzung genommen werden.
Auf dem im Jahre 1970 erworbenen Grundstück an der Bohlenstraße von mehr als 5.000 qm wurde im März 1979 mit dem Bau eines 6-geschossigen Dienstgebäudes begonnen. Richtfest für den Neubau war am 27.03.1980, die Übergabe erfolgte am 15.04.1981, der Einzug Ende April 1981. Nach dem Umzug sind nun alle Angehörigen der Dienststelle in diesem Gebäude zufriedenstellend untergebracht. Das bisherige Dienstgebäude wurde zuerst in das allgemeine Finanzvermögen überführt und dann später an den Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband Minden - Lübbecke verkauft. Die angemieteten Nebenstellen (Betriebsprüfung, Lohnsteuerstelle) wurden aufgelöst. Nicht mitveräußert wurde das Flurstück 1004, das dem Finanzamt weiterhin als Parkplatz dient.

Mit dem Einzug erfolgte auch die Überleitung auf das geänderte GNOFÄ-Modell ("Olper Modell").

Vom 01.12.1986 bis zur Beschaffung einer neuen Unterkunft im Industriegebiet von Lübbecke am 31.03.1987 war das Zollamt Lübbecke im Finanzamtsgebäude auf einer Bürofläche von 185 qm untergebracht.
Im Januar 1994 wurde nach ca. 1-jähriger Bauzeit eine "LAN"-Verkabelung (Local Area Network) fertiggestellt. Damit waren die technischen Voraussetzungen für die Einführung von GFD (Gesamtfestsetzung Dezentral) geschaffen. Die ersten beiden Veranlagungsbezirke begannen am 24.01.1994 im GFD-Verfahren zu arbeiten. Im Mai d. J. wurde die Umstellung auf GFD abgeschlossen.

Eine neue (digitale) Telefonanlage mit automatischer Gesprächsdatenerfassung wurde am 14.03.1994 in Betrieb genommen.

Am 26.09.1994 wurde auf "EAV" (Einheitliche Arbeitnehmerveranlagung ) umgestellt. Die Lohnsteuerstelle war damit aufgelöst.
Im Sommer 2000 wurde das Finanzamt auf das Verfahren WinGF (Gesamtfestsetzung unter auf Windows basierenden Programmen) umgestellt.